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NEWS

janvier 5, 2021

SHIP – Investition in die digitale Zukunft

Im Gesundheitswesen haben Fax, Brief und Papierformulare noch nicht ausgedient. Ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung ist der Standard SHIP (Swiss Health Information Processing).

 

Die Mitarbeiterin der Patientenadministration ist im Stress. Bereits hat der Chefarzt nachgefragt, wann er nun endlich seinen Patienten aufbieten darf. Auch sein Patient wartet bereits seit vorgestern Abend ungeduldig auf eine Antwort. Eiligst versucht sie die benötigten Informationen zu beschaffen. Wo und wie ist der Patient versichert? Welche Kosten sind gedeckt? Wie kann der Patient behandelt werden? Nach drei Fax-Nachrichten, vier Telefonaten und mehreren E-Mails hat es die Mitarbeiterin endlich geschafft. Alle sind zufrieden, aber geht das heute wirklich nicht einfacher?
Im Gesundheitswesen erfolgt der administrative Datenaustausch zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern heute, mit Ausnahme der Rechnung, zum grössten Teil immer noch manuell via Fax, Telefon, E-Mail oder sogar noch via Post. Es gibt zahlreiche, der Rechnung vor- oder nachgelagerte administrative Prozesse, welche sehr aufwändig, langsam und intransparent sind. Die geschilderte Situation zeigt sich in gleicher Weise auch beim Gegenüber, in den Leistungsabteilungen bei den Versicherern.
 
SHIP – direkt von Punkt zu Punkt kommunizieren
Mit einer digitalisierten Kommunikation lassen sich viele Prozesse massiv vereinfachen. Der offene Kommunikationsstandard SHIP automatisiert, digitalisiert und harmonisiert die administrativen Prozesse zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern. Die dazu benötigten Prozesse sind durch die Standardisierungsorganisation eCH harmonisiert und offizialisiert. SHIP ist ein interaktives Punkt-zu-Punkt-Meldesystem, welches einen vollständig digitalen, standardisierten und sicheren Informations- und Datenaustausch ermöglicht. Der Prozess ist jederzeit transparent, der Datenschutz und die Datenqualität erfüllen höchste Standards und die Effizienz wird für alle Beteiligten markant erhöht.
 
So funktioniert SHIP
SHIP ist eine Lösung, welche alle nötigen semantischen, prozessualen und technischen Aspekte berücksichtigt und über eine technische Schnittstelle (SHIP-Connector) zur Verfügung stellt. Wird der SHIP-Connector auf der Seite der Leistungserbringer sowie auf der Seite der Kostenträger in die vorhandenen Systeme integriert, entsteht eine harmonisierte und standardisierte Interoperabilität. Der Datenaustausch erfolgt verschlüsselt und lässt sich nur vom adressierten Empfänger entschlüsseln.
Je grösser die Verbreitung des SHIP-Connectors im schweizerischen Gesundheitswesen ist, desto grösser wird der Nutzen für alle Beteiligten. Deshalb haben sich bereits fast alle grossen Krankenversicherer sowie viele grosse Spitäler und Spitalgruppen zu SHIP verpflichtet und entsprechende  Umsetzungsprojekte lanciert oder bereits realisiert. Die Helsana Versicherungen und die Solothurner Spitäler arbeiten bereits seit über einem Jahr erfolgreich produktiv mit SHIP. Weitere Gesundheitsanbieter werden im Herbst/Winter 2020/21 ebenfalls mit SHIP in die produktive Anwendung gehen.
Damit der grösste Nutzen aus den SHIP-Prozessen generiert werden kann, werden durch die SASIS AG zentral benötigte Services zur Verfügung gestellt. In den «Central Services» werden zum Beispiel die benötigten Referenzdaten (Diagnosecodes, Wertelisten, etc.) sowie das SHIP-Teilnehmerverzeichnis aufbereitet. Die SASIS AG kümmert sich als Auftragnehmer dieser Brancheninitiative ebenfalls um alle Wartungs- und Weiterentwicklungsarbeiten. Dadurch wird der Nutzen von SHIP für alle Teilnehmer kontinuierlich vergrössert.
 
Wichtiger Paradigmenwechsel
Da SHIP ein interaktives, direktes Punkt- zu Punkt-Meldesystem ist und es für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen den Teilnehmern, anders als bei heute etablierten Lösungen, keinen Transporteur («Briefträger») braucht, stösst SHIP im Markt nicht nur auf Befürworter. Bestehende intermediäre Geschäftsmodelle werden durch die standardisierten und digitalen Prozesse und insbesondere durch die direkte verschlüsselte Punkt-zu-Punkt-Datenübermittlung von SHIP obsolet. Ein Paradigmenwechsel, der verschiedene Arbeitsschritte überflüssig macht. Deshalb tun sich einige Akteure immer noch schwer damit.
Im Vergleich zu den heutigen Transaktionslösungen verursacht SHIP zwar grössere Initialkosten, insbesondere bei der Systemintegration. Aber nur mit diesem Investment lässt sich auch im Gesundheitswesen dieser längst überfällige digitale Prozess auf ein in vielen Branchen bereits übliches Niveau anheben. Mittel- und langfristig macht sich diese Investition mehr als bezahlt, wie Berechnungen verschiedener Geschäftsfälle eindrücklich aufzeigen.
 
Harmonisierte Prozesse
Heute steht für Spitäler dank SHIP eine automatisierte Patienten- und Kostenträger-Identifikation zur Verfügung. Dies ist einer der ersten Prozessschritte bei der Behandlungsplanung eines Patienten. Ebenso können im Nachgang alle benötigten Daten für eine erfolgreiche Kostensicherung direkt zwischen den beteiligten Partnern (Spital und Versicherer / Kanton) digital, ohne Medienbruch und ohne Intermediär ausgetauscht werden. Zusätzlich sind auch die Eintritts- und Austrittsmeldung sowie alle benötigten Informationen zum Behandlungsfall Bestandteil der SHIP-Prozess-Standardisierung und können einfach und direkt via SHIP übermittelt werden.
 
Standard für alle Leistungserbringer und Kostenträger
Im aktuellen Funktionsumfang steht SHIP allen Krankenversicherern, Kantonen sowie allen Akut- sowie Psychiatrie-Spitälern zur Verfügung. Mit SHIP können heute alle Fälle im Rahmen des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) abgewickelt werden, jedoch noch keine Fälle im Rahmen des Unfall-, des Militär- oder des Invalidenversicherungsgesetzes. Weiter besteht noch eine Lücke für Rehabilitations-Kliniken. Auch für diese Fälle müssen die benötigten SHIP-Prozessstandards definiert werden, um das digitale Effizienzpotenzial von SHIP für die gesamte Gesundheitsbranche vollumfänglich auszuschöpfen.
Ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg ist der Pilotbetrieb im Bereich der Spitex, welcher im Winter 2020/2021 durchgeführt wird. Im Anschluss ist eine Erweiterung im Bereich der Pflegeheime und des Fallabschlusses (Rechnung) für sämtliche Leistungserbringerkategorien und für sämtliche SHIP-Prozessstandards geplant. Ebenso wird die Lücke für Rehabilitations-Kliniken geschlossen werden. Es braucht deshalb auch weiterhin noch viel Energie, Weiterentwicklung und Innovationskraft.